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Außerhalb der Linien, aber nie aus der Ordnung
Was passiert, wenn ein Pariser Gastronom, eine Expertin für visuelle Identität und einer der weltweit führenden Designer ihre Kräfte bündeln, um eine Geschirrkollektion zu entwerfen? Die Antwort lautet Out of Lines, die Debütkollektion des französischen Kollektivs Uncharted. Entworfen von Julien Cohen, Stéphanie Cohen und Raphael Navot, interpretiert sie traditionelles Geschirr mit Formen neu, die Konventionen durchbrechen und zugleich Eleganz und Raffinesse bewahren.
Eine Familie
Julien Cohen, Stéphanie Cohen und Raphael Navot begegneten sich erstmals 2023 bei einem gemeinsamen Projekt für das Hôtel National des Arts et Métiers in Paris. Seitdem bilden sie ein eng verbundenes Kollektiv mit einer klaren Vision. „Im Laufe der Jahre haben Julien und Stéphanie zahlreiche Restaurantkonzepte entwickelt, doch immer wieder suchten sie nach ganz bestimmten Geschirrstücken, die es schlichtweg nicht gab“, erklärt Navot. „Die meisten Geschirrkollektionen basieren auf einer einzigen Form, die lediglich in verschiedenen Größen wiederholt wird. Wir wollten eine echte Familie von Objekten schaffen: eigenständige Formen, die sich daran orientieren, wie wir tatsächlich kochen, Speisen anrichten und gemeinsam genießen.“
Die Konturen neu gezeichnet
In Zusammenarbeit mit Serax entwickelt, zeichnet Out of Lines die Konturen traditionellen Geschirrs buchstäblich neu – daher auch der Name. Anstelle klassischer runder Teller setzt die Kollektion auf längliche, ovale und sanft asymmetrische Silhouetten. Dreißig unterschiedliche Formen bilden eine stimmige Familie – ein Ansatz, der im Geschirrdesign nur selten zu finden ist.
Die Intelligenz der Natur
Für die Gestaltung ließen sich die Designer von den organischen Formen von Bohnen, Zitronen, Pflaumen und Auberginen inspirieren. „Wir wollten Objekte schaffen, die intuitiv und natürlich wirken, statt streng oder übergestaltet“, sagt Navot. „Die Natur ist ein System, das unendlich viele Formen hervorbringt, die vollkommen selbstverständlich erscheinen, hervorragend funktionieren und eine stille Schönheit ausstrahlen.“ Diese natürliche Intelligenz – ein Konzept, das sowohl in der Wissenschaft als auch im Design zunehmend an Bedeutung gewinnt – übertrifft die starre Logik computergenerierter künstlicher Intelligenz auf ganz selbstverständliche Weise.
Balance über allem
Die Kollektion ist in einem warmen Schwarz, einem gebrochenen Weiß und einem zurückhaltenden dunklen Ocker erhältlich. Elegant, ohne überladen zu wirken, sind die Stücke dafür geschaffen, bewundert zu werden – vor allem aber, um täglich genutzt zu werden. „Diese Kollektion wurde für die hohen Anforderungen der professionellen Gastronomie entwickelt“, erklärt Navot. „Deshalb musste jedes Stück besonders robust sein. Unser Ziel war es, die perfekte Balance zwischen Raffinesse und Schlichtheit zu finden.“
Für den Alltag gemacht
Out of Lines wurde in erster Linie für die professionelle Gastronomie entworfen – und genau diese Praxistauglichkeit bestimmte jede Designentscheidung. „Ein Teller sollte ein Gericht nicht nur schön präsentieren, sondern auch intensiver täglicher Nutzung standhalten, gut in der Hand liegen und sich effizient stapeln lassen.“ Die Kollektion wurde sogar an die Maße einer handelsüblichen Industriespülmaschine angepasst. Um dies zu erreichen, verbrachte das Trio unzählige Stunden im Austausch mit Köchinnen, Köchen und Restaurantteams. „Die längliche Form bietet beispielsweise mehr Anrichtefläche und passt dennoch perfekt in eine Spülmaschine. Das mag wie ein technisches Detail erscheinen, macht im täglichen Gebrauch jedoch einen spürbaren Unterschied – sowohl in professionellen Küchen als auch zu Hause.“
Mühelose Eleganz
Bei aller Präzision und technischen Raffinesse strahlt Out of Lines eine unverkennbare Leichtigkeit aus. Die sanfte Asymmetrie und die Vielfalt der Formen laden zu entspannten, intuitiven Tischarrangements ein, die spontan statt inszeniert wirken. Teller, Schalen und Servierplatten zu kombinieren wird weniger von Regeln bestimmt als von spielerischer Kreativität – eine Qualität, die diese Bilder eindrucksvoll einfangen. „Übrigens“, ergänzt Navot, „wurden diese Fotografien im Hôtel National des Arts et Métiers in Paris aufgenommen – jenem Ort, an dem unsere gemeinsame Reise begann. Es war für uns nur folgerichtig, die Kollektion genau dort zu präsentieren, wo sie ihren Ursprung hat.“